Folgende Fragen wurden von Frau Müller und Herrn Huber gestellt und von DI Denk beantwortet:

 

Vor zwei Jahren wurden € 18-20 Mio. an Baukosten genannt, jetzt ist die Rede von € 24 Mio. wo ist das Ende der Steigerung?

Die vor zwei Jahren genannten € 18-20 Mio. fußen auf einer ersten Studie. Nunmehr liegt die Einreichplanung vor, die einen wesentlich besseren Detaillierungsgrad aufweist. Die Kosten haben sich durch zusätzliche Maßnahmen wie ökologische Auflagen (ca. € 0,5 Mio.), architektonische Verbesserung (ca. € 1,2 Mio.) sowie durch die Steigerung des Baukostenindex erhöht. Des Weiteren ist in den € 24 Mio. bereits eine Reserve für Unvorhergesehenes von € 1,5 Mio. enthalten. Die € 24 Mio. sind sehr konservativ bemessen. Dies ist der Stand Jänner 2014. Es gibt keine Garantie, wie von der BI verlangt, dass es zu keiner Erhöhungen oder Verminderungen kommt, etwa durch Verzögerungen. Die Refinanzierung des Projekts erfolgt durch die Einnahmen der bestehenden Garagen und durch die Zusatzeinnahmen der Erweiterung. Die Kredite werden in 20 Jahren zurückgezahlt sein, wobei die Erweiterung die Zinsen erwirtschaftet, die bestehenden Garagen tragen die Tilgung. Die SPG kommt in diesen 20 Jahren nie ins Minus, sondern wird jährlich trotzdem einen Überschuss aufweisen. Würden nur die Einnahmen der Erweiterung zur Verfügung stehen, würde es 40 Jahre dauern, bis das Projekt abbezahlt ist.

 

Im Jahr 2007 wurde eine Erweiterung der Unipark-Garage diskutiert. Die Stellplatzkosten von über € 20.000,- wurden damals von der SPG als nicht finanzierbar bezeichnet. Nun sind aktuell € 34.000,- im Gespräch und dies wäre nun durchaus rentabel.

Die Refinanzierbarkeit eines Projekts ist nicht allein von den Basiskosten abhängig, sondern auch von den geplanten Einnahmen. Im Unipark sind die Einnahmen ganz einfach ungleich geringer als am Top-Standort Innenstadt, der viele Anziehungspunkte für Kunden und Besucher hat.

 

Laut Aussage der BI hat es zahlreiche Überschreitungen der Abgasgrenzwerte in den Garagen gegeben. Sie möchten Einsicht in die Abgasberechnungen für die Erweiterung.

Es hat zu keiner Zeit eine Überschreitung der Abgasgrenzwerte gegeben. Die CO-Messanlage, über die die Be- und Entlüftung automatisch gesteuert werden, wurde vor zwei Jahren erneuert und entspricht dem neuesten Umwelttechnischen Standards. Die Anlage wird regelmäßig behördlich überprüft.

 

Nach eigenen Beobachtungen der BI sind auch in den Innenhöfen von St. Peter nicht 70 Autos zu finden, sondern maximal 10-20.

St. Peter hat Bedarf von ca. 70 Plätzen angemeldet. Diese müssen von St. Peter auch bezahlt werden. Firmen bezahlen derzeit € 130,- pro Monat und Fahrzeug, für Pendler mit unzumutbarem Anreiseweg mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln sowie für Bewohner der Altstadt gibt es eine limitierte Anzahl von begünstigten Plätzen zu € 60,- pro Monat. Mit St. Peter wird aktuell abgestimmt, welcher Tarif für wie viele Fahrzeuge zur Anwendung kommt bzw. ob ein Mischpreis zu finden ist.

 

Wie stellt sich die SPG die Auslastung der zusätzlichen 650 Parkplätze vor?

Die SPG wird – analog der bestehenden Garagen – ca. 350 für Dauerparkplätze und die restlichen 300 Stellplätze für Kurzparker vorsehen. Die Kurzparkplätze sollten sich zwei bis maximal drei mal täglich umschlagen.

 

Inwieweit ist die SPG an der Umgestaltung des Hildmannplatzes, z.B. in einen Kreisverkehr, beteiligt und welche Kosten muss die SPG dafür tragen?

Eine Umgestaltung des Hildmannplatzes liegt im Ermessen der Stadt und hat mit der Projekterweiterung nichts zu tun.

 

Die Auslastungszahlen für das Jahr 2013 sind nicht seriös. Sie müssten in den Monaten Jänner bis März deutlich korrigiert werden, da in diesen drei Monaten Parkdecks wegen Sanierungsarbeiten nicht zur Verfügung standen. Die BI fordert die Aufzeichnungen der vergangenen Jahre.

Es waren die Auslastungszahlen 2013 angefragt, diese wurden korrekt übermittelt. Seit 2010 bis 2017 laufen in diesen Monaten Sanierungsarbeiten für jeweils ein Parkdeck, um den Betrieb möglichst wenig zu stören. Sperren für Reparaturen, Wartungsarbeiten und Serviceleistungen waren immer notwendig und werden auch in Hinkunft notwendig sein. Die von der BI geforderten stündlichen Aufzeichnungen von 365 Tagen im Jahr sind branchenunüblich, in der Software der Parkabfertigungsanlagen nicht installiert und nicht rekonstruierbar. Auf Grund der aktuellen Diskussion werden die stündlichen Auslastungszahlen derzeit manuell erfasst. Mit unserem Partner Skidata wird an einer automatisierten Lösung gearbeitet. Ab sofort finden alle Interessierten die monatlichen Auslastungsstatistiken auf der Dialogplattform www.moenchsberg.info.

 

Zitat aus einem privaten Gutachten von Prof. Türk: „Die Baumaßnahmen werden durch den Einsatz von Schwerlastkraftfahrzeugen zu einer zusätzlichen Belastung der Atmosphäre mit Stäuben (Grobstaub, Feinstaub), Aerosolen und KFZ-Abgasen führen, die eine entsprechend negative Wirkung auf die Vegetation und die betroffenen Lebewesen längerfristig – also nicht auf die Zeit der Baumaßnahmen – ausüben werden.“ Prof. Türk schlägt eine vielschichtige UVP vor.

Alle Unterlagen und Gutachten sind im Rahmen des Feststellungsantrages auf UVP-Niveau eingereicht worden. Die UVP-Behörde hat mit den ihr beauftragten Gutachtern die Unterlagen zu prüfen und zu bewerten. Ob von Seiten der Behörde Prof. Türk beigezogen worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Fakt ist, dass die SPG alle behördlichen Vorschreibungen einhalten muss, dies betrifft auch Wasserhaushalt, Bodenstruktur und die betroffenen Lebewesen.

 

Die Baustellenabwicklung wird angezweifelt, insbesondere was die LKW-Fahrten am Wochenende betrifft.

Es ist kein Abtransport des Ausbruchsmaterials an den Wochenenden vorgesehen. Da im Berg im Zweischichtbetrieb gearbeitet wird, kann es notwendig sein, das Ausbruchsmaterial in den Abendstunden (von 19-22 Uhr) oder an den Wochenenden auf die Zwischendeponie zu verfahren. Es sind Überlegungen im Gange – in Abstimmung mit den Anrainern – Verbesserungen bezüglich der notwenigen Größe der Zwischendeponie sowie des zeitlichen Bedarfs zu erreichen.

 

Wie soll die Baustraße in die Sinnhubstraße einmünden und wie ordnen sich die LKWs in den fließenden Verkehr ein? Wie wird der Radweg geführt?

Die Baustraße wird rechtwinkelig in die Sinnhubstraße einmünden. Die maximal neun ausfahrenden LKWs pro Stunde werden sich ohne Ampelregelung in den Fließverkehr einordnen, bei Bedarf wird ein Ordner gestellt. Der Fuß- und Radweg wird nach dem Schutzweg über die Sinnhubstraße noch ca. 20 Meter zwischen Almkanal und Baustraße geführt und dann mittels Schutzweg die Baustraße zum Sedelmayerweg queren.

 

Wie ist die vorgeschlagene Bürgerbeteiligung konkret vorgesehen, was soll der vorgeschlagene zivilrechtliche Vertrag beinhalten?

Der Dialog mit den Anrainern ist uns sehr wichtig, besonders natürlich mit den unmittelbar Betroffenen im Nonntal. Kommunikative Maßnahmen sind u.a. die Infoplattform, die Infohotline und die aktuell laufende Befragung mittels Fragebogen. Der vorgeschlagene zivilrechtliche Vertrag wird sicherstellen, dass keine permanente Zu- und Abfahrt im Landschaftsschutzgebiet errichtet wird. Mögliche Partner sind Anrainervertreter, Vertreter der Eigentümer (Stadt und Land) und die SPG. Als Vorbild dient das Dialogforum Stadion, in dem Vertreter der Anrainer, der umliegenden Firmen, der Gemeinde Wals, des Landes Salzburg sowie der Stadiongesellschaft u.a. verbindliche Vereinbarungen bezüglich der Anzahl von weiteren Großveranstaltungen (über Fußballspiele hinaus) getroffen haben.

 

Gibt es zusätzliche Zu- und Abfahrten?

Nein, es wird lediglich in der Ausfahrtskaverne der Garage B zu den beiden bestehenden Ausfahrtsschranken ein dritter Schranken zur schnelleren Abwicklung in Spitzenstunden errichtet. Ein Bericht über die maximale Leistungsfähigkeit der Anlage wird der BI übermittelt. Wer von den betroffenen Eigentümern hat die Verträge zur Grundbenützung bzw. für die Einräumung der Servitutsrechte schon unterschrieben? Niemand, die Verträge werden rechtzeitig vorliegen. Üblicherweise werden Verträge dann unterfertigt, wenn die für das Projekt notwendigen Beschlüsse, z.B. Baubeschluss, vorliegen.

 

Beim Gespräch war auch Christian Winkler von P8 GmbH anwesend.

 

Die Dialogmöglichkeiten:

Online: www.moenchsberg.info

Mail: dialog@moenchsberg.info

Hotline: 0662 255 888 66

Dateianhänge


PT_Infogespräch_BI_05032014.pdf

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